<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Cornelia Füllkrug-Weitzel &#187; Positionen</title>
	<atom:link href="https://fuellkrug-weitzel.de/category/positionen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://fuellkrug-weitzel.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sun, 19 Apr 2026 14:37:42 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.6</generator>
		<item>
		<title>Tropfen auf den heißen Stein</title>
		<link>https://fuellkrug-weitzel.de/204/</link>
		<comments>https://fuellkrug-weitzel.de/204/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Sep 2013 20:20:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CFWAdmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Humanitäre Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://fuellkrug-weitzel.de/?p=204</guid>
		<description><![CDATA[<p>Ein Tropfen auf den heißen Stein. Oder: Der Tod wartet nicht bis alle Griffel gespitzt sind. Zur Ankunft von 150 Flüchtlingen aus Syrien in Friedland. Cornelia Füllkrug-Weitzel, 11.9.2013 Deutschland hat im März entschieden, 5000 Syrien-Flüchtlingen aufzunehmen. Heute kommen die ersten ca 110 davon in Friedland an. &#8230; <p><a href="https://fuellkrug-weitzel.de/204/" class="more-link"><span class="morelink-icon">Weiterlesen</span></a></p></p><p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/204/">Tropfen auf den heißen Stein</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><b>Ein Tropfen auf den heißen Stein. Oder: Der Tod wartet nicht bis alle Griffel gespitzt sind. Zur Ankunft von 150 Flüchtlingen aus Syrien in Friedland. </b>Cornelia Füllkrug-Weitzel, 11.9.2013</p>
<p>Deutschland hat im März entschieden, 5000 Syrien-Flüchtlingen aufzunehmen. Heute kommen die ersten ca 110 davon in Friedland an. An der Reihe von Kriterien, denen sie entsprechen müssen, scheitern viele Antragssteller – ein Grund für die extrem langsame Umsetzung des Beschlusses. Ca. 15.00 bis 18.000 Flüchtlinge haben darum ihr Glück auf eigene Faust gesucht, d.h. auf dem Weg des ‚normalen‘ Asylbewerberverfahrens.  Im Unterschied zu den ‚Kontingent‘-Flüchtlingen dürfen sie nicht ab sofort arbeiten und haben keinen für 2 Jahre gesicherten Aufenthaltsstatus.</p>
<p>Mindestens 6, 5 Millionen Syrer, ein Drittel der Bevölkerung,  sind auf der Flucht vor Bomben, Panzern, gezielten Hinrichtungen durch die Kriegspartei, die sie jeweils als ‚Feind‘ betrachtet oder vor Strafaktionen gegen ganze Quartiere, in denen sich die ‚falschen‘ angeblich verstecken.  Syriens arme Nachbarländer haben über 2,5 Mio von ihnen aufgenommen. Das sind 97 % aller über die Landesgrenzen Geflohenen. Die selber armen Gastgeberländer Jordanien und Libanon drohen jetzt schon unter der Last zu kollabieren, aber täglich kommen noch 5.000 Flüchtlinge neu dazu – so viele wie Deutschland insgesamt aufnimmt! Deutschland setzt in der EU mit seiner Aufnahmebereitschaft ein positives Zeichen. Aber die Zahlen sind unangemessen. Der UN-Flüchtlingskommissar erwartet von Europa, dass es unbegrenzt Flüchtlinge aufnimmt und nicht Tropfen auf den heißen Stein gießt.</p>
<p>Sicher kann Europa nicht das Flüchtlingsproblem Syriens lösen. Aber in Wochen, in denen Viele in Europa den Gedanken der ‚Humanität‘ als Begründung für militärische Interventionen bemühen,  sollten wir doch erst einmal ganz einfach mit einer Praxis der Humanität anfangen, die verglichen zu militärischem Eingreifen zudem noch sehr billig ist: 1. Bessere Finanzausstattung der  UN Flüchtlingsorganisation  zur Versorgung der Flüchtlinge in der Region. Bisher hat der UNHCR erst 1/3 der gemachten Zusagen erhalten. 2. Eine großzügige und unbürokratische europäische  Regelung für den vorübergehenden Aufenthalt  einer deutlich größeren Zahl  syrischer Flüchtlinge in Europa für die Dauer des Krieges und seiner Nachwehen. 3. Großzügiger Familiennachzug. Schön, dass Bundesminister Niebel jetzt auch schon  fordert, was durch die Kirchen und Wohlfahrtsverbände und einige Außenpolitiker  schon vor einem Jahr angeschoben wurde und in SPD-geführten Bundesländern schon Praxis ist: zusätzlich zum bisherigen Kontingent Familienangehörigen hier lebender Syrer  Aufenthalt zu ermöglichen. Gut, dass Niebel &#8211; nach Innenminister Friedrich  nun auch die CDU/CSU- und FDP-geführten Länder darauf aufmerksam macht, dass sie ein Legitimationsproblem bekommen, wenn sie nicht wenigstens, last minute‘ auch noch auf diesen schon längst fahrenden Zug  springen (was einige von ihnen ja auch schon begriffen hatten).  </p>
<p>Auf der Lokomotive der Humanität zu sitzen, sähe angesichts der gewaltigen Zahl von Syrern, die dringend vorübergehend Schutz brauchen, freilich anders aus: sich entschieden dafür zu engagieren, dass Deutschland eine sehr großzügige und seiner großen Finanzkraft angemessene unbürokratische Aufnahmeregelung findet und damit ein wirklich gutes Vorbild in Europa setzt und nicht ein ‚bisschen‘ Vorbild. Frei eingereiste Flüchtlinge müssen dabei  in die Regelungen mit einbezogen werden und die Kriterien für den Familiennachzug dürfen nicht so sein, dass nur reiche Familien sie erfüllen können.</p>
<p>Der Tod wartet nicht, bis alle Griffel gespitzt sind und bis die Luft über deutschen Stammtischen  so mit dem humanitären Geist getränkt ist, dass man mit einer solchen Regelung Wahlen gewinnen kann. Dem rassistischen Gedankengut keinen Platz in der Mitte der Gesellschaft  einzuräumen, ist darum ebenso wichtig und gehört angepackt!</p>
<p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/204/">Tropfen auf den heißen Stein</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://fuellkrug-weitzel.de/204/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>PolitikerInnen setzen auf den fairen Handel</title>
		<link>https://fuellkrug-weitzel.de/politiker-setzen-auf-fairen-handel/</link>
		<comments>https://fuellkrug-weitzel.de/politiker-setzen-auf-fairen-handel/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Sep 2013 08:09:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CFWAdmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://fuellkrug-weitzel.de/?p=45</guid>
		<description><![CDATA[<p>Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt, MdB Dr. Bärbel Kofler, Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, und Dr. Simone Strohmayr, entwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, teilen mit: Politiker setzen auf den fairen Handel Prominenter Besuch im Weltladen in der Augsburger Innenstadt: Bei einer &#8230; <p><a href="https://fuellkrug-weitzel.de/politiker-setzen-auf-fairen-handel/" class="more-link"><span class="morelink-icon">Weiterlesen</span></a></p></p><p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/politiker-setzen-auf-fairen-handel/">PolitikerInnen setzen auf den fairen Handel</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_46" class="wp-caption alignnone" style="width: 810px"><a href="http://fuellkrug-weitzel.de/wp-content/uploads/2013/09/P1070991.jpg"><img class="size-full wp-image-46" alt="P1070991 PolitikerInnen setzen auf den fairen Handel" src="http://fuellkrug-weitzel.de/wp-content/uploads/2013/09/P1070991.jpg" width="800" height="600" title="PolitikerInnen setzen auf den fairen Handel" /></a><p class="wp-caption-text">Cornelia Füllkrug-Weitzel, Bärbel Kofler MdB Mitglied im AWZ (Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit des BT) , Dr.Simone Strohmayr, MdL und entwicklungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bayern</p></div>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-size: medium;"><b>Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt, MdB Dr. Bärbel Kofler, Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, und Dr. Simone Strohmayr, entwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, teilen mit:</b></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-size: medium;"><b>Politiker setzen auf den fairen Handel </b></span></p>
<p><a name="_GoBack"></a> Prominenter Besuch im Weltladen in der Augsburger Innenstadt: Bei einer guten Tasse fair gehandeltem Kaffee begrüßte die Geschäftsführerin Christine Weiner die <span style="color: #000000;">Präsidentin des </span>evangelischen Hilfswerks<span style="color: #000000;"> „Brot für die Welt“, Cornelia Füllkrug-Weitzel, die zugleich im Kompetenzteam von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ist. Deren Begleitung bestand aus Dr. Bärbel Kofler, Mitglied im </span>Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung<span style="color: #000000;"> des Deutschen Bundestages und Fördermitglied des Eine Welt Netzwerk Bayern,  Dr. Simone Strohmayr, entwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und ebenfalls Förderin des Eine Welt Netzwerks sowie ihren Landtagskollegen Dr. Linus Förster. </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Gemeinsam mit der Gastgeberin freuten sich die Gäste über den Boom, den der faire Handel in den vergangenen Jahren erlebt habe, riefen die Verbraucher aber auch dazu auf , bei den Produkten insbesondere in Supermärkten und Discountern genau hinzusehen. </span>Christine Weiner erklärte dazu: „Fairtrade steht zwar für garantierte Mindeststandards. Die Branche ist allerdings in Bewegung und es bleibt auch in Zukunft spannend, wie sich der Spagat zwischen der Bedienung eines Massenmarkts und der Garantie von Qualität und hohen Standards bewältigen lässt.“ Des Weiteren wünschten sie sich die bessere Einbindung von „Eine-Welt-Themen“ und Grundkenntnissen im Bereich Fairer Handel in den Schulunterricht (so genanntes Globales Lernen)sowie auch in Lerninhalte von Berufsschulen und Ausbildungsplänen.</p>
<p>Auf Unverständnis stieß die jüngste Reaktion von Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel, der sich in einen zwölf Jahre andauernden Streit zwischen der Hamburger Neumann Kaffee Gruppe und der Menschenrechtsorganisation Fian einmischte und hierbei klare Partei bezog für das Kaffeeunternehmen, das für die Kaweri-Kaffeeplantage in Uganda mutmaßlich Menschen von ihrem Land vertrieben und ihrer Habe beraubt hatte.</p>
<p>An dieser Haltung erkenne man, dass der Regierung Deutschlands aber auch Bayerns die Wirtschaftsförderung des eigenen Landes oft wichtiger ist als die Entwicklungszusammenarbeit, kommentierten die Politiker.</p>
<p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/politiker-setzen-auf-fairen-handel/">PolitikerInnen setzen auf den fairen Handel</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://fuellkrug-weitzel.de/politiker-setzen-auf-fairen-handel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Podcast: Ernährungssicherung</title>
		<link>https://fuellkrug-weitzel.de/ernaehrungssicherung/</link>
		<comments>https://fuellkrug-weitzel.de/ernaehrungssicherung/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Sep 2012 19:01:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CFWAdmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entwicklungpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://fuellkrug-weitzel.de/?p=37</guid>
		<description><![CDATA[<p>Bilanz-Pressekonferenz 2011 – Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von Brot für die Welt zur Ernährungssicherung in Zeiten des Klimawandels. 2:04 min &#124; 21.09.2012</p><p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/ernaehrungssicherung/">Podcast: Ernährungssicherung</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');</script><![endif]-->
<audio class="wp-audio-shortcode" id="audio-37-1" preload="none" style="width: 100%" controls="controls"><source type="audio/mpeg" src="http://fuellkrug-weitzel.de/wp-content/uploads/2013/09/bilanz-pk_03.mp3" /><a href="http://fuellkrug-weitzel.de/wp-content/uploads/2013/09/bilanz-pk_03.mp3">http://fuellkrug-weitzel.de/wp-content/uploads/2013/09/bilanz-pk_03.mp3</a></audio><br />
Bilanz-Pressekonferenz 2011 – Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von Brot für die Welt zur Ernährungssicherung in Zeiten des Klimawandels.<br />
2:04 min | 21.09.2012</p>
<p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/ernaehrungssicherung/">Podcast: Ernährungssicherung</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://fuellkrug-weitzel.de/ernaehrungssicherung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
<enclosure url="http://fuellkrug-weitzel.de/wp-content/uploads/2013/09/bilanz-pk_03.mp3" length="2482676" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Podcast: Deutschland muss Zusagen einhalten</title>
		<link>https://fuellkrug-weitzel.de/podcast-deutschland-muss-zusagen-einhalten/</link>
		<comments>https://fuellkrug-weitzel.de/podcast-deutschland-muss-zusagen-einhalten/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Sep 2012 09:14:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CFWAdmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://fuellkrug-weitzel.de/?p=69</guid>
		<description><![CDATA[<p>Bilanz-Pressekonferenz 2011 – Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von Brot für die Welt, fordert, dass Deutschland Zusagen einhalten muss. 0:43 min &#124; 21.09.2012</p><p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/podcast-deutschland-muss-zusagen-einhalten/">Podcast: Deutschland muss Zusagen einhalten</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio class="wp-audio-shortcode" id="audio-69-2" preload="none" style="width: 100%" controls="controls"><source type="audio/mpeg" src="http://fuellkrug-weitzel.de/wp-content/uploads/2013/09/bilanz-pk_05.mp3" /><a href="http://fuellkrug-weitzel.de/wp-content/uploads/2013/09/bilanz-pk_05.mp3">http://fuellkrug-weitzel.de/wp-content/uploads/2013/09/bilanz-pk_05.mp3</a></audio>
<p>Bilanz-Pressekonferenz 2011 – Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von Brot für die Welt, fordert, dass Deutschland Zusagen einhalten muss.<br />
0:43 min | 21.09.2012</p>
<p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/podcast-deutschland-muss-zusagen-einhalten/">Podcast: Deutschland muss Zusagen einhalten</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://fuellkrug-weitzel.de/podcast-deutschland-muss-zusagen-einhalten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
<enclosure url="http://fuellkrug-weitzel.de/wp-content/uploads/2013/09/bilanz-pk_05.mp3" length="688795" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Podcast: Engagement in Deutschland</title>
		<link>https://fuellkrug-weitzel.de/podcast-engagement-in-deutschland/</link>
		<comments>https://fuellkrug-weitzel.de/podcast-engagement-in-deutschland/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Sep 2012 09:12:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CFWAdmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Engagement]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://fuellkrug-weitzel.de/?p=66</guid>
		<description><![CDATA[<p>Bilanz-Pressekonferenz 2011 – Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von Brot für die Welt: Was können wir in Deutschland tun? 2:21 min &#124; 21.09.2012</p><p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/podcast-engagement-in-deutschland/">Podcast: Engagement in Deutschland</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<audio class="wp-audio-shortcode" id="audio-66-3" preload="none" style="width: 100%" controls="controls"><source type="audio/mpeg" src="http://fuellkrug-weitzel.de/wp-content/uploads/2013/09/bilanz-pk_06.mp3" /><a href="http://fuellkrug-weitzel.de/wp-content/uploads/2013/09/bilanz-pk_06.mp3">http://fuellkrug-weitzel.de/wp-content/uploads/2013/09/bilanz-pk_06.mp3</a></audio>
<p>Bilanz-Pressekonferenz 2011 – Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von Brot für die Welt: Was können wir in Deutschland tun?<br />
2:21 min | 21.09.2012</p>
<p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/podcast-engagement-in-deutschland/">Podcast: Engagement in Deutschland</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://fuellkrug-weitzel.de/podcast-engagement-in-deutschland/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
<enclosure url="http://fuellkrug-weitzel.de/wp-content/uploads/2013/09/bilanz-pk_06.mp3" length="2259486" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Entwicklungshilfe abschaffen?</title>
		<link>https://fuellkrug-weitzel.de/entwicklungshilfe-abschaffen/</link>
		<comments>https://fuellkrug-weitzel.de/entwicklungshilfe-abschaffen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 20:07:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CFWAdmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entwicklungpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://fuellkrug-weitzel.de/?p=157</guid>
		<description><![CDATA[<p> Beitrag für die Zeitschrift Zeitzeichen 4/2012 C. Füllkrug-Weitzel Unbehagen an der „Entwicklungshilfe“ ist fünf Jahrzehnte nach ihrem Beginn mehr ‚in‘, denn je. Die Zunahme des Hungers in der Welt und das drohende Scheitern der Millennium-Entwicklungsziele legen dies nahe. „Die Geschichte der Entwicklungspolitik ist eine Geschichte des &#8230; <p><a href="https://fuellkrug-weitzel.de/entwicklungshilfe-abschaffen/" class="more-link"><span class="morelink-icon">Weiterlesen</span></a></p></p><p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/entwicklungshilfe-abschaffen/">Entwicklungshilfe abschaffen?</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p align="JUSTIFY"> Beitrag für die Zeitschrift Zeitzeichen 4/2012<br />
C. Füllkrug-Weitzel</p>
<p align="JUSTIFY"><strong><span style="font-size: large;"><span style="line-height: 1.7;">Unbehagen an der „Entwicklungshilfe“ ist fünf Jahrzehnte nach ihrem Beginn mehr ‚in‘, denn je. Die Zunahme des Hungers in der Welt und das drohende Scheitern der Millennium-Entwicklungsziele legen dies nahe.</span></span></strong></p>
<p><strong>„Die Geschichte der Entwicklungspolitik ist eine Geschichte des Scheiterns von Illusionen,“ sagte in den 70er Jahren schon ein Abteilungsleiter im Bundesentwicklungsministerium, Winfried Böll. Schon damals also, schon immer , wurde der Versuch, mittels Entwicklungshilfe die Lage der Armen in Afrika, Asien und Lateinamerika zu verbessern, kritisch begleitet – auch, oder gerade von reflektierten Entwicklungspolitikern und -praktikern selbst. Der Zweifel, ob Entwicklungshilfe wirkt, ist nicht neu, in den vergangenen Jahren aber massiver geworden. Das wirft einige Fragen auf:</strong></p>
<p>So populär die Rede von der Wirkung von Entwicklungshilfe geworden ist, wo wenig wissen wir letztlich darüber, wie Projekte der Entwicklungszusammenarbeit eigentlich wirklich wirken. Jedenfalls, wenn wir uns nicht auf technische Messgrößen beschränken (wie die meisten Evaluationen es leider tun) und nur die unmittelbaren Ergebnisse eines Projekts (output) ermitteln, sondern wenn uns die beabsichtigten sowie unbeabsichtigten sozialen, wirtschaftlichen, politischen, kulturellen Wirkungen (impact) über dieses Ergebnis hinaus interessieren. Entwicklungsprojekte werden noch viel zu selten auf ihre umfassende Wirkung untersucht – und geplant.</p>
<p>Vielen Kritikern hätte in den vergangenen Dekaden wohl vorgeschwebt, mithilfe der Entwicklungszusammenarbeit ganze Regionen und Kontinente aus der Armut heraus zu führen. Aber kann von der Entwicklungszusammenarbeit überhaupt erwartet werden, makroökonomische Strukturen aus den Angeln zu heben? „Our dream is a world without poverty“ – dieses Motto prangt in der Eingangshalle der Weltbank als größtem Entwicklungsfinanziers der Welt. Einmal abgesehen davon, dass gerade die neoliberalen politischen Rezepte, denen die Weltbank jahrzehntelang folgte, die Situation der Armen in vielen Ländern eher verschlimmert haben, darf bezweifelt werden, dass entwicklungspolitische Organisationen, wie groß und mächtig sie auch sein mögen, überhaupt dazu in der Lage sind, eine Welt ohne Armut zu schaffen. Ein großer Teil der Fundamentalkritik an der Entwicklungszusammenarbeit hängt mit übertriebenen, unrealistischen Erwartungen zusammen. Kritiker, aber gelegentlich auch die Befürworter, überschätzen die Möglichkeiten der Entwicklungshilfe oft maßlos.</p>
<p>Den Menschen, die durch die pauschale Infragestellung der Entwicklungshilfe verunsichert sind, möchte ich sagen: Die Unterstützung von Menschen, Organisationen und Projekten in den Ländern des Südens hat in vielen Bereichen für die betroffene Bevölkerung tatsächlich eine Menge bewirkt &#8211; etwa beim Ausbau sozialer Dienste wie Bildung, Gesundheit und Wasserversorgung, bei der Unterstützung benachteiligter Gesellschaftsgruppen oder bei der Stärkung von Menschen- und Frauenrechten. Es ist nicht zu bestreiten, dass eine partnerschaftliche Zusammenarbeit vielfältige Verbesserungen für die Lebensbedingungen von Millionen Menschen an vielen Orten der Welt bewirken konnte und damit vielen konkreten Einzelnen ein menschenwürdiges Leben ermöglicht wurde. Das gilt besonders dann, wenn die Menschen selber Erfinder, Planer und Akteure dieser Projekte waren und sie nicht von internationalen Organisationen, Regierungen oder gutwilligen Helfern aus dem Norden aufgedrängt oder übergestülpt wurden. Zu den anerkannten Erfolgsfaktoren der Entwicklungshilfe gehört, dass nicht wir den Süden, sondern politisch Verantwortliche und Zivilgesellschaft im Süden ihre Wege aus der Armut und Rechtlosigkeit definieren und selbst beschreiten – mit lediglich finanzieller Starthilfe unsererseits.</p>
<p>Aber natürlich sind Armut und Hunger in der Welt trotz aller Bemühungen der letzten 50 Jahre nicht aus der Welt geschafft. Woran liegt das? Diese Frage darf gestellt werden, sie muss sogar gestellt werden, um sich über die Ursachen von Armut und Hunger klarer zu werden und zu verstehen, welchen Beitrag zu einer anderen und gerechteren Welt die Entwicklungszusammenarbeit überhaupt leisten kann.</p>
<p>Meine zentrale These lautet hier: Dass in unserer reichen Welt noch immer über 900 Millionen Menschen an Hunger leiden, liegt nicht daran, dass die Entwicklungspolitik schlecht gedacht oder gemacht wäre. Es liegt daran, dass die Entwicklungspolitik im Gesamtzusammenhang der nationalen und internationalen Politiken nur eine untergeordnete Rolle spielt. Die Marginalität entwicklungspolitischen Handelns im Vergleich zu anderen Politikfeldern, die Bedeutungslosigkeit der globalen Armutsbekämpfung als durchgängiges Interesse aller Politik – das ist das Problem!</p>
<p>Dabei geht es zum einen natürlich auch ums Geld: Die öffentlichen Mittel, die in den letzten fünfzig Jahren in das Projekt „EZ“ investiert wurden, belaufen sich, je nach Berechnungsgrundlage, auf 1,3 bis 2,5 Billionen US-Dollar. Wer kann erwarten, mit dieser Summe Armut in der Welt tatsächlich umfassend abschaffen zu können? Bund und Länder in Deutschland haben seit der Wiedervereinigung jährlich zwischen 130 und 160 Milliarden Euro &#8211; und damit mehr als das Doppelte der damaligen weltweiten Entwicklungsleistungen &#8211; für Infrastruktur und wirtschaftlichen Aufbau Ostdeutschlands bereitgestellt haben – ohne dass sich für 14 Millionen Ostdeutsche die versprochenen „blühenden Landschaften“ bis heute realisiert hätten. Wie kann man dann vernünftigerweise erwarten, dass nur ein Teil dieser jährlichen Transfersumme die Lebenssituation von insgesamt mehr als drei Milliarden Armen auf diesem Planeten nachhaltig verbessern könnte?</p>
<p>Und: Während<i> </i>2007 die weltweite öffentliche Entwicklungshilfe gegenüber dem Vorjahr um mehr als 8% auf 103 Milliarden US-Dollar gesunken ist, sind die weltweiten Rüstungsausgaben um 6% auf nunmehr 1340 Milliarden US-Dollar im Jahr gestiegen – ohne lebensdienlich zu sein und mit verheerenden Wirkungen auf Entwicklungserfolge in Spannungs- und Konfliktgebiete.</p>
<p>Entwicklungspolitische Maßnahmen werden kontinuierlich von anderen Politikbereichen konterkariert – etwa der Finanz-, Handels-, Außenwirtschafts- oder Sicherheitspolitik. Entwicklungsfördernde Kohärenz aller Politikfelder – so lautet das Gebot der Stunde! Denn die Wirksamkeit der Entwicklungspolitik ist entscheidend von der Entwicklungsfreundlichkeit anderer Politikfelder abhängig. Kirchliche und zivilgesellschaftliche Organisationen weisen seit Jahren mit Nachdruck darauf hin, wie sehr zum Beispiel die Agrarexportpolitik der EU oder die Rüstungsgeschäfte des Nordens entwicklungspolitische Intentionen konterkarieren. In den letzten Jahren traten zudem die verheerenden Folgen unseres immer noch zu wenig gebremsten CO2 Ausstoßes auf das Klima und damit auf die landwirtschaftliche Produktivität großer Regionen im Süden ins Blickfeld. Und neuerlich beobachten wir, wie immer mehr Kleinbauernfamilien, die das Rückgrat der Welternährung darstellen, im Wortsinne der Boden unter den Füßen entzogen wird, mit dem sie die Landbevölkerung z.B. in Afrika ernähren (Landgrabbing) &#8211; um dort noch mehr Nahrungsmittel für unsere Mülltonnen, oder Energiepflanzen zu produzieren. Die eine Hand gibt Almosen, mit der anderen verweigern wir einen fairen Zugang zu Märkten und Handelschancen, plündern die Ressourcen der armen Regionen und Menschen, heizen Gewalt und Klima bedingte Naturkatastrophen an.</p>
<p>Die Zukunftsaufgabe der Armutsbekämpfung kann nicht alleine der Entwicklungspolitik aufgebürdet werden. In der öffentlichen Kritik an der EZ wird die Frage, wie die Länder des Südens Armut und Abhängigkeit überwinden können, oftmals mit der Frage verwechselt, was die EZ leisten kann und soll. Diese beiden Fragen auseinander zu halten, wäre ein erster nötiger Schritt, um die unglückliche Gemengelage der entwicklungspolitischen Fundamentalkritik zu entwirren.</p>
<p>Als Direktorin des kirchlichen Hilfswerks „Brot für die Welt“ möchte ich abschließend auch darauf hinweisen, dass bei der Beurteilung von Sinn oder Unsinn von Entwicklungszusammenarbeit natürlich alles davon abhängt, an welchen Kriterien wir Erfolg oder Misserfolg der Entwicklungshilfe überhaupt messen. Die Wirkungen der Arbeit von „Brot für die Welt“ möchten wir jedenfalls nicht an volkswirtschaftlichen Wachstumsraten messen lassen, weil wir das für ein falsches, ja gefährliches Kriterium halten. Die Sinnhaftigkeit unserer Arbeit soll sich vielmehr daran zeigen, inwieweit sie menschliche Entwicklung zu befördern vermag. Dabei verstehen wir unter Entwicklung einen Prozess, der es Menschen ermöglicht, ihre Fähigkeiten zu entfalten und ihre Rechte zu verwirklichen, und der sie in die Lage versetzt, nachhaltig und gemeinschaftlich ein erfülltes und menschenwürdiges Leben zu führen. Selbst Entwicklung sollte somit nicht, wie dies das assistentialistische Modell der Entwicklungshilfe noch immer suggeriert, als Beseitigung eines Mangels begriffen werden, den die reichen Länder mithilfe von bereitgestellten Gütern, Geld oder Know-How bewerkstelligen.</p>
<p>Im Mittelpunkt kirchlicher Solidarität mit den Armen stehen die Menschen, jede/r Einzelne, und die Stärkung ihrer Handlungspotenziale. Für mich ist es überhaupt keine Frage, dass es auch in Zukunft zu unserer Verantwortung als Christen und Kirchen gehört, im Zusammenhang der weltweiten Ökumene zu denken und zu handeln und unsere Partner bei ihrem Einsatz für bessere Lebensbedingungen zu unterstützen.</p>
<p align="JUSTIFY">
<p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/entwicklungshilfe-abschaffen/">Entwicklungshilfe abschaffen?</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://fuellkrug-weitzel.de/entwicklungshilfe-abschaffen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ein Katastrophenjahr geht zu Ende</title>
		<link>https://fuellkrug-weitzel.de/katastrophenjahr-geht-ende/</link>
		<comments>https://fuellkrug-weitzel.de/katastrophenjahr-geht-ende/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 17:44:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CFWAdmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Katastrophenhilfe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://fuellkrug-weitzel.de/?p=112</guid>
		<description><![CDATA[<p>12. Januar 2010: Das Jahr begann mit dem schwersten Beben in der Geschichte Nord- und Südamerikas und erschütterte Haiti, das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Die Zahl der Todesopfer lag bei mindestens 200.000. Rund 300.000 Menschen wurden verletzt, etwa 1,2 Millionen Menschen wurden obdachlos. Viele hatten &#8230; <p><a href="https://fuellkrug-weitzel.de/katastrophenjahr-geht-ende/" class="more-link"><span class="morelink-icon">Weiterlesen</span></a></p></p><p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/katastrophenjahr-geht-ende/">Ein Katastrophenjahr geht zu Ende</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>12. Januar 2010: Das Jahr begann mit dem schwersten Beben in der Geschichte Nord- und Südamerikas und erschütterte Haiti, das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Die Zahl der Todesopfer lag bei mindestens 200.000. Rund 300.000 Menschen wurden verletzt, etwa 1,2 Millionen Menschen wurden obdachlos. Viele hatten alles verloren. Der Bedarf an schneller Hilfe war immens.<br />
Die damit verbundenen Schwierigkeiten ebenfalls. Hilfeleistungen begannen zunächst nur in sehr kleinem Umfang: Verteilt werden konnte über Tage nur sehr wenig an die Bevölkerung, medizinische Hilfe konnte nur in geringem Umfang geleistet werden, an die Bergung verschütteter Menschen war in den ersten Tagen praktisch kaum zu denken. Warum?</p>
<p>Schon vor dem Beben hatten die Menschen mit der täglichen Katastrophe zu kämpfen: Die allgemeine Versorgungssituation ist – u.a. aufgrund klimatischer Veränderungen, Ernteausfälle, der globalen Wirtschaftskrise und fehlender Investitionen im landwirtschaftlichen Bereich – schon seit Jahren katastrophal, das Land auf Hilfe von außen angewiesen. Das Erdbeben traf eine Bevölkerung, deren Alltag für ca. 70% von Armut, Hunger, Mangel, Tod durch unsauberes Wasser, durch Unterernährung und mangelnde medizinische Versorgung geprägt ist.</p>
<p>Der Staat hat seit Jahrzehnten zu wenig Geld, um seiner Bevölkerung die nötigen sozialen Dienstleistungen zu bieten, die Sicherheit nach innen aufrecht zu erhalten und eine Infrastruktur aufbauen und erhalten zu können – von intakten Verkehrswegen, funktionierenden Telekommunikations-, Katastrophen- und Zivilschutzsystemen also erst recht keine Rede. Damit fehlte jede politische, soziale und logistische Infrastruktur und die Ressourcen, die man für humanitäre Hilfeleistungen im großen Stil braucht.</p>
<p>Wir müssen zur Kenntnis nehmen: Diesen Menschen und dieser Regierung wollte lange keiner uneigennützig helfen, darum ging es nach dem Beben nur extrem langsam und schwierig! Das Land wurde so lange von der Welt vernachlässigt, dass das neu erwachte Verantwortungsgefühl nach dem Beben und nun bei der Cholerabekämpfung auf keine Infrastruktur bauen konnte. Medizinische Notversorgung und Lebensmittelverteilung im Akutfall gehen nicht ohne langfristige strukturelle Armutsbekämpfung und Ernährungssicherung! Armutsbekämpfung ist aus der Mode gekommen, ja, wird neuerdings vom zuständigen Ministerium sogar als ‚Weltsozialamtspolitik’ diskreditiert. Man kann sie aber nicht überspringen und direkt zur Humanitären Hilfe schreiten.</p>
<p>Lesson learnt: Ohne Entwicklungshilfe kann es in Ländern wie Haiti auch keine schnell wirksame humanitäre Hilfe geben. Beides ist nötig und nicht das eine auf Kosten des anderen!</p>
<p>Die Medien haben mit ihren Sondersendungen und Spendenaufrufen für viel Solidarität gesorgt – aber auch immer wieder falsche Erwartungen an die Geschwindigkeit der Hilfe geweckt. Ohne eine minimale soziale und sonstige Infrastruktur kommt selbst Katastrophenhilfe in einem solchen Fall nicht aus. Niemand konnte in Haiti so schnell helfen, wie alle es gerne getan hätten.</p>
<p>Zehntausende sind nicht nur unmittelbar während des Erdbebens, sondern auch noch an den Folgen gestorben. Helfer konnten in Ermangelung der dazu notwendigen Infrastruktur weder den Verletzten, noch den Verschütteten helfen. Alle mussten dem Sterben hilflos zusehen. Die haitianische Bevölkerung hat keine Zweifel daran gelassen, wohin sie ihre Augen aufhebt und von wo ihr nach ihrer Meinung Hilfe herkommt. Immer wieder hörten wir in Interviews und in den Ohnmachts- und Schmerzensschreien der Menschen den Ruf „Jesus, Jesus“! Ein in den Trümmern seiner Schule unrettbar eingeklemmter Lehrer antwortete auf die Reporterfrage: „Was geht ihnen in dieser Situation durch den Kopf? Sind sie nicht furchtbar wütend?“ Der Lehrer antwortete: „Mein Leben steht in Gottes Hand!“ Der Reporter wandte sich schweigend ab&#8230; Die Erkenntnis, dass unsere eigene Macht und Hilfsvermögen Grenzen hat, wir in manchen humanitären Krisen nur noch die Ohnmacht der am <span style="line-height: 1.7;">schwersten leidenden Bevölkerung solidarisch teilen können, sollte eigentlich zu mehr eigener Demut führen. Wir als Christ/innen in diesem Land sollten dem Allmachtswahn und den Rufen nach ganz schneller Hilfe öffentlich widersprechen, um dem öffentlichen Druck zur Lüge („Wir konnten sofort mit ihrem Geld helfen!“) zu widersprechen und um auf den zu verweisen, in dessen Macht und Hand alleine unser aller Leben steht.<br />
</span><br />
Auch die Diakonie Katastrophenhilfe – wiewohl dennoch als eine der ersten aktiv – hat eine Weile gebraucht, um sich erst selbst zu sortieren und dann rasch zur Not-Unterkunft auch für andere Mitgliedsorganisationen unseres gemeinsamen weltweiten kirchlichen Hilfsnetzwerkes ACT Alliance zu werden. Wir waren dann die erste Hilfsorganisation in der schwer betroffenen Stadt Jaqmel, die Zelte vor Ort gebracht hat. Rund 10.000 Menschen wurden mit dem Notwendigsten versorgt. Aufbauend auf der akuten Nothilfe begann sie ein Cash-for-Work-Programm, in dem Erdbebenopfer für einen geringen Tagelohn die Trümmer der zerstörten Häuser wegräumten, um den Wiederaufbau vorzubereiten. Dank des Geldeinkommens konnten die Betroffenen so beginnen, sich wieder auf lokalen Märkten selbst zu versorgen und von Nahrungsmittellieferungen unabhängig werden.</p>
<p>Heute, 10 Monate später, ist das Medieninteresse abgeklungen und flackert nur sporadisch auf, wenn der Ausbruch einer Cholera-Epidemie oder ein erneuter tropischer Wirbelsturm das Land trifft. Abseits der öffentlichen Wahrnehmung schreiten die Wiederaufbaumaßnahmen der Diakonie Katastrophenhilfe jedoch gut voran. Im Projektgebiet im Süden des Landes konnten bereits 397 Häuser rehabilitiert bzw. neu aufgebaut werden, drei Schulen wurden neu errichtet. Auch der Wiederaufbau von Gesundheitsstationen konnte begonnen werden.</p>
<p>Wie nachhaltig ist die Hilfe in Haiti? Nützt Katastrophenhilfe in einem Land, das von chronischer Armut und ständig wiederkehrenden Katastrophen geprägt ist? Die Antwort ist ein klares Ja.</p>
<p>Erstens konnte die akute Nothilfe besser geleistet werden, weil vorgesorgt worden war. Die Diakonie Katastrophenhilfe war schon vor dem Beben vor Ort, zu einer Zeit also, in der das Land noch als „vergessene Katastrophe“ galt. Die besten Schadens- und Bedarfserhebungen in der Süd-Region wurden nach dem Erdbeben von Zivilschutzkomitees erstellt, welche die DKH schon vor dem Erdbeben ausgebildet hatte.</p>
<p>Zweitens ist der Wiederaufbau nachhaltig angelegt. Anstelle provisorischer Unterkünfte setzt die Diakonie Katastrophenhilfe auf den Wiederaufbau lokal angepasster, kostengünstiger Häuser und erhält dafür sehr viel Zustimmung von der Bevölkerung und den lokalen Behörden. Die festen Häuser sind nur unwesentlich teurer als die Notunterkünfte aus Holz und bieten mehr Schutz vor tropischen Wirbelstürmen, wie sie in Haiti erneut zu befürchten sind.</p>
<p>Während viele Organisationen längst wieder abgezogen sind, werden kirchliche Werke wie die Diakonie Katastrophenhilfe noch Jahre im Land bleiben. Schon in ihrer Grundsatzerklärung 2003 stellte die Diakonie Katastrophenhilfe fest: „Kirchliche Katastrophenhilfe braucht einen langen Atem. Wir begleiten die Menschen im Notgebiet solange sie Schutz und Hilfe benötigen – auch dann und gerade dort, wo besondere Notsituationen, Katastrophenfälle in Vergessenheit geraten sind oder erst gar nicht von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.“</p>
<p>Die Opfer von Katastrophen brauchen schnelle unmittelbare Überlebenshilfe. Zugleich ermöglicht uns jeder Euro an zweckungebundenen Spenden, Vorsorgemaßnahmen durchführen zu können. So können wir Nothilfe nachhaltig leisten und an den Ursachen der Verletzlichkeit arbeiten. Vor Ort zu sein, wenn andere Werke noch nicht oder nicht mehr präsent sind, weil das Interesse der Öffentlichkeit einen neuen Schauplatz gefunden hat, ist für uns ein Gebot christlicher Nächstenliebe und ein Zeichen gelebter ökumenischer Geschwisterlichkeit.</p>
<p>Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel ist Direktorin der Diakonie Katastrophenhilfe.</p>
<p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/katastrophenjahr-geht-ende/">Ein Katastrophenjahr geht zu Ende</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://fuellkrug-weitzel.de/katastrophenjahr-geht-ende/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Worauf warten wir?“</title>
		<link>https://fuellkrug-weitzel.de/worauf-warten-wir/</link>
		<comments>https://fuellkrug-weitzel.de/worauf-warten-wir/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 18:34:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CFWAdmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geistliches]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://fuellkrug-weitzel.de/?p=130</guid>
		<description><![CDATA[<p>Meditation zum Advent „Worauf warten wir?“ /Predigttext: Off. 5, 1-5 Für die Zeitung ‚Unsere Kirche‘, 11/2011 Pfn. Cornelia Füllkrug-Weitzel/ Brot für die Welt „Und ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln. Und &#8230; <p><a href="https://fuellkrug-weitzel.de/worauf-warten-wir/" class="more-link"><span class="morelink-icon">Weiterlesen</span></a></p></p><p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/worauf-warten-wir/">„Worauf warten wir?“</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Meditation zum Advent „Worauf warten wir?“ /Predigttext: Off. 5, 1-5<br />
Für die Zeitung ‚Unsere Kirche‘, 11/2011 Pfn. Cornelia Füllkrug-Weitzel/ Brot für die Welt</p>
<p>„Und ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln. Und ich sah einen starken Engel, der rief mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen? Und niemand, weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde, konnte das Buch auftun und hineinsehen. Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch aufzutun und hineinzusehen. Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel.“ [Buch der Offenbarung, Kapitel 5, Verse 1-5]</p>
<p>Lebkuchen, Weihnachtsmann, strahlender Lichterglanz – alles schon da lange vor Weihnachten. Konsumwünsche schon längst erfüllt. Worauf eigentlich noch warten im Advent? Auf eine Antwort auf unsere quälendsten Fragen!</p>
<p>Ende Oktober habe ich einen Mitarbeiter beerdigt: Herztod mit Mitte 30. Dieser Tage wird sein zweites Kind zur Welt kommen. Schon auf die medizinische Frage nach dem Warum gibt es keine Antwort. Auf die verzweifelten Fragen und Klagen der Familie erst recht nicht: Warum nur musste er so jung sterben? So vor der eigenen Zeit und der seines Kindes?</p>
<p>Warum dürfen Hass und Gewalt so triumphieren? Eine Frau nach der anderen erzählte mir im Ostkongo die Geschichte ihrer Vergewaltigung – durch Soldaten oder Rebellen. Egal: alle Männer nehmen sich hier das Recht, brutal zu missbrauchen. Liebevolle Söhne und Familienväter – Bestien gegenüber fremden Mädchen und Frauen, selbst Großmüttern. Grausame, schreckliche Szenen. Warum bietet keiner solcher Verrohung und Gewalt Einhalt? Als Antwort blieb mir nur, mit ihnen zu weinen.</p>
<p>Die verheerende Dürre in Ostafrika, unter der gegenwärtig 11 Millionen Menschen leiden, wurde seit einem Jahr vorhergesagt. Viele haben davor gewarnt, als noch Zeit gewesen wäre. Zeit, dem Verenden der Tiere und dem Hungertod von Menschen etwas entgegen zu setzen. Aber die Gebergemeinschaft hat weggeschaut. Warum? Warum liefern wir so viele Menschen weltweit und in Ostafrika dem Hungertod aus? Obwohl doch genug für alle da ist?</p>
<p>Warum mussten Millionen Menschen in Pakistan alles verlieren – in Fluten, die ihnen der Klimawandel unter das Haus gespült hat? Auch mit Vorhersage! Aber wen kümmert das, wenn man für 39 Euro zum Shoppen nach London fliegen kann? Wen kümmert der CO2 Ausstoß des eigenen Adventsvergnügens? Warum handeln wir nicht entsprechend unserem Wissen? So stehen wir vor den Schnäppchen, mit denen wir zur Mittäterschaft an Klimakatstrophen verführt werden.</p>
<p>So viele unbeantwortete Warums: “Niemand, weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde, konnte das Buch auftun und hineinsehen.“ Keiner kann uns die Antwort geben, die unser Weinen beenden würde. Keiner dringt hinter die Geheimnisse des Lebens. Trotz allem Fortschritt von Medizin und Hirnforschung. Trotz Zugang zu allen Informationen im Internet. Mit diesem erschütternden Eingeständnis fängt der Predigttext an – fängt am Ende der Totentage auch der Advent an.</p>
<p>Und der Text endet wie der Advent mit einem allumfassenden Jubel aus allen Kehlen, aus dem nichts und niemand ausgeschlossen bleibt – vom „Himmel und auf Erden und unter der Erde und im Meer und allem, was darinnen ist.“ Dem Weihnachtsjubel darüber, dass es einen gibt, der würdig und in der Lage ist, das Buch zu öffnen! „Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel.“ Dass der Tag kommt, ja schon gekommen ist, an dem das Buch, das uns endlich Antworten gibt, offen ist. Dass es darum nicht nötig ist, alle Fragen verstummen zu lassen. Dass wir uns nicht abfinden müssen mit allem Tod und Not. Dass Resignation angesichts der übermächtigen Triebkräfte der Ungerechtigkeit keine Antwort ist.</p>
<p>Dessen sind wir gewiss und auf ihn hoffen wir im Advent. Darüber jubeln wir schon und handeln als Jubelnde – auf die Geburt dessen hin, der uns und unserem Handeln Sinn gibt. Während nur Unsinn zu sehen ist, berufen wir uns auf das Versprechen von Sinn. Danach strecken wir uns aus. Inmitten ungelöster Überlebensfragen bereiten wir die Feier des Lebens in Fülle für Alle, der getrockneten Tränen, des Friedens auf Erden. Und darum ist die Eröffnung von „Brot für die Welt“ im Advent.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/worauf-warten-wir/">„Worauf warten wir?“</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://fuellkrug-weitzel.de/worauf-warten-wir/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wegbereiter des Wandels &#8211; Das entwicklungspolitische Potential internationaler Studierender</title>
		<link>https://fuellkrug-weitzel.de/wegbereiter-wandels-entwicklungspolitische-potential-internationaler-studierender/</link>
		<comments>https://fuellkrug-weitzel.de/wegbereiter-wandels-entwicklungspolitische-potential-internationaler-studierender/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 18:39:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CFWAdmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inlandsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://fuellkrug-weitzel.de/?p=132</guid>
		<description><![CDATA[<p>Einführung in die Fachtagung „Wegbereiter des Wandels“ 25.11.2011 in Dortmund Von wem sprechen wir eigentlich? „Wegbereiter des Wandels – Das entwicklungspolitische Potential internationaler Studierender“ &#8211; werfen wir zunächst einen Blick darauf, über wen wir eigentlich reden, wenn wir von „internationalen Studierenden“ sprechen. In den Statistiken wird bei den &#8230; <p><a href="https://fuellkrug-weitzel.de/wegbereiter-wandels-entwicklungspolitische-potential-internationaler-studierender/" class="more-link"><span class="morelink-icon">Weiterlesen</span></a></p></p><p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/wegbereiter-wandels-entwicklungspolitische-potential-internationaler-studierender/">Wegbereiter des Wandels &#8211; Das entwicklungspolitische Potential internationaler Studierender</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;" align="CENTER">Einführung in die Fachtagung <span style="line-height: 1.7;">„Wegbereiter des Wandels“ </span>25.11.2011 in Dortmund</p>
<h2><span style="font-size: large;">Von wem sprechen wir eigentlich?</span></h2>
<p>„<span style="font-family: Arial, sans-serif;">Wegbereiter des Wandels – Das entwicklungspolitische Potential internationaler Studierender“ &#8211; werfen wir zunächst einen Blick darauf, über wen wir eigentlich reden, wenn wir von „internationalen Studierenden“ sprechen. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">In den Statistiken wird bei den Studierenden mit ausländischem Pass meist differenziert zwischen so genannten „Bildungsinländer/innen“ und „Bildungsausländer/innen“. „Bildungsinländer/innen“ sind bekanntlich ausländische Studierende, die ihre Studienberechtigung in Deutschland erworben haben, also junge Leute, die zumeist schon viele Jahre in Deutschland leben. In Deutschland – wir haben gerade „50 Jahre Anwerbeabkommen“ gefeiert – gehören etwas mehr als ein Drittel aller ausländischen Studierenden zur Gruppe der Bildungsinländer/innen.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Mit dem Studienbegleitprogramm (STUBE Programm) von Brot für die Welt, das eingangs ja bereits erwähnt wurde, nehmen wir aber eine andere Gruppe in den Blick: es sind die Studierenden aus den Ländern des Südens und des Ostens, mit denen „Brot für die Welt“ auch im Rahmen der Projektarbeit zusammenarbeitet. Diese jungen Leute gehören zur Gruppe der „Bildungsausländer/innen“. Und innerhalb dieser Gruppe wendet sich unser STUBE Angebot an die so genannten „free mover“. Das sind </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Bildungsausländer/innen, die ihren Studienaufenthalt in Deutschland selbst organisiert haben und kein Stipendium erhalten. Und dieser Personenkreis macht den größten Teil dieser Gruppe aus (rund 80%).</span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">In Deutschland kommt derzeit die bei weitem größte Gruppe ausländischer Studierender aus China, gefolgt von der Russischen Föderation und Bulgarien. Im Jahr 2010 stellte sich die Rangfolge nach Herkunftsregion folgendermaßen dar: Asien (33%), Osteuropa (32%), Westeuropa (17%), Afrika (11%) und schließlich Amerika (7%, einschließlich Lateinamerika).</span></p>
<h2><span style="font-size: large;">Zur Situation internationaler Studierender in Deutschland</span></h2>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Nun aber zur Situation internationaler Studierender in Deutschland und Europa: Die gute Nachricht ist: </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: large;"><i><span style="text-decoration: underline;">Hochschuldeutschland wird wieder internationaler!</span></i></span></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> Nachdem sich einige Jahre lang weniger ausländische Studierende für ein Studium in Deutschland entschieden haben, nimmt die Zahl seit 2008 wieder zu (2011: 252.000). Jeder neunte Student hat somit einen ausländischen Pass.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Deutschland </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">schneidet im europäischen Vergleich damit sehr gut ab. Nach Großbritannien und vor Frankreich ist es das Land mit der zweitgrößten Zahl ausländischer Studierender in Europa. Und auch weltweit können wir uns sehen lassen: Neben Australien und Großbritannien zählt Deutschland zu den Staaten mit dem höchsten Anteil an ausländischen Studierenden.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Die schlechte Nachricht ist – um es vorsichtig zu sagen: Dieses Potential kommt nicht immer optimal zur Entfaltung. So hat bereits e</span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">ine 2005 veröffentlichte Untersuchung (der Hochschul Informations System GmbH –HIS) zum Studienverlauf im Ausländerstudium hohe „Schwundquoten“ aufgezeigt. Neuesten Daten (HIS) zufolge bricht </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">nahezu jeder zweite</span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> ausländische Studierende an deutschen Hochschulen das Studium ab!</span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Wichtige Gründe für den Erfolg oder Misserfolg internationaler Studierender sind natürlich fachliches Grundwissen und Methodenwissen. Sehr wichtige Faktoren sind aber (HIS zufolge) auch Deutschkenntnisse, selbständige Studiengestaltung und – wer hätte das gedacht – Integration. In allen diesen Bereichen schneiden Studierende aus dem Ausland schlechter ab als deutsche Studierende.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Besonders gravierend ist dies natürlich im Bereich des </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: large;"><i><span style="text-decoration: underline;">Sprachwissens</span></i></span></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">. Wenn man im Studienbetrieb an deutschen Universitäten und Fachhochschulen Erfolg haben möchte, muss man nicht nur verstehen können, sondern auch reden und schreiben können. Es ist alarmierend, dass zum Beispiel nur rund ein Viertel aller Studierender aus ostasiatischen Ländern angibt, in Seminardiskussionen gut reden zu können. Über ein Drittel gibt an, dies nur schlecht zu können. Problemanzeige: Diese Situation verbessert sich erst ab dem 5./6. Semester langsam bessert. Wie viele Studierende haben bis dahin durchgehalten?</span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Bedenklicher noch finde ich die Ergebnisse zu den </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: large;"><i><span style="text-decoration: underline;">Integrationsproblemen</span></i></span></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> ausländischer Studierender: Knapp die Hälfte aller Bildungsausländer/innen beklagt den Kontaktmangel zu deutschen Studierenden und dies auch noch im 9. und 10. Semester! Ich finde es besonders schockierend, dass insgesamt 14% der jungen Leute sagen, dass sie weder mit deutschen Kommilitonen noch mit ihren eigenen Landsleuten regelmäßig Gesprächskontakt haben.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">In ihrer Konsequenz führen diese Daten m.E. „zwangsläufig“ zu der Feststellung, dass ausländische Studierende unbedingt Begleitprogramme während ihres Studiums brauchen. Genau hier setzt STUBE an – wenngleich das Programm eine viel weitreichendere Zielsetzung hat. Wie eingangs erwähnt, dient es ja vielmehr dazu, internationale Studierende aus Ländern des Südens und des Ostens in entwicklungspolitischen Fragen aus- und fortzubilden und sie darin zu unterstützen, dieses Potential zur Entfaltung zu bringen.</span></p>
<h2><span style="font-size: large;">Das entwicklungspolitische Potential internationaler Studierender</span></h2>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Aus meiner Sicht schlummert in den internationalen Studierenden ein vielfältiges entwicklungspolitisches Potential (wobei es in vielen Fällen ja Gott sei Dank nicht mehr schlummert, sondern längst zur Geltung kommt). Worin genau?</span></p>
<ol>
<li><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Studierende engagieren sich beispielsweise für entwicklungspolitische Themen, solange sie zum Studium in Deutschland leben. Sie können zum Beispiel ihr im Rahmen von STUBE Seminaren erworbenes Wissen weitergeben, indem sie zu Multiplikator/innen werden. Wir nennen diese Studierenden darum auch „</span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: large;"><b>Botschafter/innen für Entwicklung“</b></span></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">, denn die STUBE-Studierenden werden oft in Schulen, Kirchengemeinden oder im Rahmen von entwicklungsbezogenen Initiativen aktiv. Aber mehr als das: in ihrer Rolle als Botschafter/innen können sie auch daran mitwirken, kosmopolitische Einstellungen und Verständnis für weltweite Zusammenhänge zu schaffen. Das Theaterstück „Steh auf“, das Ihnen heute Nachmittag Studierende der STUBE Ost präsentieren werden, ist ein konkretes Beispiel hierfür.</span></li>
</ol>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">[Exkurs:] Erlauben Sie mir an dieser Stelle noch eine kritische Bemerkung zum Thema „Internationalisierung der Hochschulen“: Aus meiner Sicht verfolgen die Anstrengungen hier vor allem die Ziele der Harmonisierung von Bildungsstandards und die Internationalisierung der Studierenden. Was aber vielfach fehlt ist eine Internationalisierung der Inhalte und Curricula! Es braucht eine grundlegende Reorientierung des Bildungsverständnisses in Richtung auf Globales Lernen und eine Ausrichtung auf die Gegebenheiten unserer zusammenwachsenden Welt. – Das kann im Rahmen dieses Vortrags aber leider nur eine Randbemerkung sein!</span></p>
<ol start="2">
<li><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Natürlich hoffen wir, dass viele der internationalen Studierenden in Deutschland in ihre Heimatregionen oder –länder zurückkehren. Bildung ist ein zentrales Element der Armutsbekämpfung und ein Motor für Entwicklung. Junge Menschen, die an deutschen Unis ausgebildet wurden, werden in ihren Heimatländern zumeist dringend gebraucht. Brot für die Welt engagiert sich in vielfältiger Weise für Bildung – vor allem natürlich direkt in den Ländern des globalen Südens. </span></li>
</ol>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Hierbei liegt unser Fokus auf der Aus- und Fortbildung von Fachkräften speziell kirchlicher Partnerorganisationen. In diesem Zusammenhang seien auch unsere Stipendienprogramme erwähnt, die sich an Fachkräfte im Süden und Osten richten. Auch die Bildungsstrategie des BMZ, über die uns Herr Dr. Kitschelt gleich einiges sagen wird, bringt das zum Ausdruck: Hochschulabsolvent/innen werden zu Recht als entscheidende </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: large;"><b>change agents in den Entwicklungsprozessen der Partnerländer</b></span></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> benannt und es wird gefordert, sie für die Entwicklung ihrer Heimatländer besser „nutzbar“ zu machen. Aus den Reihen unserer ehemaligen STUBE-Studierender gibt es eine Vielzahl von Beispielen dafür, dass dies geglückt ist. Herrn Dr. Tambo, der am Workshop zu Brain Circulation mitwirken wird, möchte ich gerne stellvertretend für diesen Personenkreis hier begrüßen.</span></p>
<ol start="3">
<li><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Was aber, wenn internationale Studierende sich gegen eine Rückkehr – oder zumindest gegen eine sofortige Rückkehr – in ihr Heimatland entscheiden? Ist dann ihr entwicklungspolitisches Potential verspielt? – In den letzten Jahren galt viel Aufmerksamkeit der Frage der Rücküberweisungen von Migrant/innen in ihre Heimatländer. Im vergangenen Jahr wurde die Gesamtsumme der Rücküberweisungen weltweit auf unglaubliche 440 Milliarden geschätzt. Die Wirtschaft vieler Länder wie zum Beispiel Tadschikistan, Tonga, Lesotho, Nepal oder Moldawien wird in so hohem Maße von diesen Geldern gespeist, dass man wohl mit Fug und Recht behaupten kann, dass das Ausbleiben fatale Auswirkungen auf diese Länder hätte.</span></li>
</ol>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Zu denken ist hierbei auch an die Rolle, die ehemalige Studierende in Diasporagruppen spielen: Viele der im Norden lebenden Migrant/innen haben sich in Organisationen zusammen geschlossen. Diese engagieren sich häufig bei der Verbesserung der sozialen Infrastruktur ihrer Herkunftsländer: Sie bauen Wasser- und Abwasserleitungen, errichten Gesundheitszentren, Schulen und Berufsschulen, kaufen Medikamente oder kümmern sich um die Energieversorgung in ihren Dörfern. Die</span><span style="color: #000000;"> Vorteile</span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> liegen auf der Hand: Die im Norden lebenden Migrant/innen kennen die gesellschaftlichen und politischen Strukturen ihrer Heimat, sie haben Kontakte zu Entscheidungsträgern aus Kommunen, Institutionen und Organisationen in ihrem Land. Sprache, Traditionen und Kultur stellen für sie keine Barriere dar, sie kennen das Terrain, auf dem sie sich bewegen – sowohl in ihrer neuen Heimat Deutschland als auch in ihrer alten Heimat.</span></p>
<h2><span style="font-size: large;">Zirkuläre Migration</span></h2>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">In den letzten Jahren – zuletzt auch durch die Diskussion über den Fachkräftemangel in Deutschland angeregt – wurde viel über das Konzept der zirkulären Migration nachgedacht. Noch gibt es ja keine allgemein verabschiedete offizielle Definition – und auch kein EU-weit abgestimmtes Verfahren hierfür. Die Europäische Kommission </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">versteht zirkuläre Migration als mehrfache Wanderung zwischen Herkunfts- und Aufnahmeland, etwa im Rahmen einer befristeten Beschäftigung von Arbeitnehmer/innen. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Aus Sicht der Kommission liegt der Nutzen zirkulärer Wanderungen vor allem im Transfer von Kenntnissen zwischen den beteiligten Ländern und in der Reduzierung des dauerhaften Abflusses von Wissen und Kenntnissen aus Entwicklungsländern. Mit anderen Worten: der Austausch von Wissen zwischen dem Norden und dem Süden oder dem Süden und dem Norden soll hiermit verstärkt und der für viele Länder in der Tat sehr bedrohliche „brain drain“ vermindert werden. Statt zu „brain drain“ soll es so zu „brain circulation“ kommen. Das klingt doch gut, oder? Dann würde es nicht mehr Verlierer-Länder auf der einen („brain drain“) und Gewinner-Länder auf der anderen Seite („brain gain“) geben, sondern alle würden von der zirkulären Wanderung profitieren. Soweit die Idee. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Die Einführung der EU Blue Card [vgl. Info am Ende], die Lockerungen in den Regelungen der Vorrangprüfung oder die Erleichterungen in der Anerkennung ausländischer Abschlüsse sind Schritte, die Hürden für eine Eingliederung in den deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. (Dies geschieht freilich m.E. eher im Zeichen der Bekämpfung des Fachkräftemangels.) Systematische Schritte zur Schaffung der notwendigen Voraussetzungen, damit zirkuläre Wanderung für unsere internationalen Studierenden eine Realität werden könnte, fehlen noch.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Auch hierüber soll heute Nachmittag vertieft diskutiert werden.</span></p>
<h2><span style="font-size: large;">Schluss</span></h2>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Ich hoffe, Sie finden in den Pausen auch Zeit, sich in Ruhe die Ausstellung „Wegbereiter des Wandels – junge Akademiker aus Afrika, Asien und Lateinamerika in Deutschland“ anschauen zu können. Diese Ausstellung ist ja sozusagen die „Patin“ für den Titel unserer heutigen Fachtagung.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Ich möchte mit einem Zitat von Dr. Jean-Marcial Bell schließen. Dr. Bell ist einer der überaus aktiven Ehemaligen der STUBE Niedersachsen. Mittlerweile ist er nach Kamerun zurückgekehrt und setzt sich dort für Umwelt- und Menschenrechtsfragen ein. In seiner Rede anlässlich der Eröffnung der eben angesprochenen Ausstellung hat er folgendes gesagt: „Im Unterschied zu den an der Universität vermittelten „hard skills“ – vor allem in Form von Fachwissen – bekommt man bei STUBE „soft skills“ wie Toleranz, Verständnis, aber auch Fleiß, Struktur und Organisation. Es entsteht ein anderer Blick auf das eigene Herkunftsland und damit ein neues Bewusstsein dafür, was das Herkunftsland ausmacht und welche Veränderungen die Studierenden mit einläuten möchten.“</span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Ich bin sicher, dass internationale Studierende tatsächlich „WegbereiterInnen des Wandels“ sind – für ihre Herkunftsländer, aber natürlich auch für Deutschland! Sie werden im Rahmen dieser Fachtagung vieles austauschen und diskutieren können – und ich freue mich schon jetzt auf die Ergebnisse!</span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Ich wünsche Ihnen eine gute Tagung und angeregte Diskussionen!</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/wegbereiter-wandels-entwicklungspolitische-potential-internationaler-studierender/">Wegbereiter des Wandels &#8211; Das entwicklungspolitische Potential internationaler Studierender</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://fuellkrug-weitzel.de/wegbereiter-wandels-entwicklungspolitische-potential-internationaler-studierender/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hunger ist kein Schicksal, sondern Menschengemacht.</title>
		<link>https://fuellkrug-weitzel.de/hunger-ist-kein-schicksal-sondern-menschengemacht/</link>
		<comments>https://fuellkrug-weitzel.de/hunger-ist-kein-schicksal-sondern-menschengemacht/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 16:51:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CFWAdmin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hunger]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://fuellkrug-weitzel.de/?p=128</guid>
		<description><![CDATA[<p>Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von „Brot für die Welt“ Hunger ist kein Schicksal, sondern menschengemacht. Diese Überzeugung ist eine der wichtigsten analytischen Grundlagen der Arbeit von „Brot für die Welt“: Hunger ist menschengemacht, und darum handelt es sich dabei um einen prinzipiell veränderbaren Zustand. Und genau &#8230; <p><a href="https://fuellkrug-weitzel.de/hunger-ist-kein-schicksal-sondern-menschengemacht/" class="more-link"><span class="morelink-icon">Weiterlesen</span></a></p></p><p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/hunger-ist-kein-schicksal-sondern-menschengemacht/">Hunger ist kein Schicksal, sondern Menschengemacht.</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von „Brot für die Welt“</p>
<p><strong>Hunger ist kein Schicksal, sondern menschengemacht. Diese Überzeugung ist eine der wichtigsten analytischen Grundlagen der Arbeit von „Brot für die Welt“: Hunger ist menschengemacht, und darum handelt es sich dabei um einen prinzipiell veränderbaren Zustand. Und genau dies zeigen die Erfahrungen unserer Partner in den Ländern des Südens: Wenn Bauern und Bäuerinnen vor Ort nachhaltige Landwirtschaft betreiben, wenn gute wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen herrschen und wenn wir im Norden auch unseren Teil beitragen, dann kann die Zahl der Hungernden reduziert werden.</strong></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Auch wenn heute weltweit 925 Millionen Menschen hungern und die Zahl der Hungernden nicht essentiell zurückgeht, auch wenn es immer wieder zu Hungerkatastrophen kommt wie jetzt in Ostafrika, auch wenn die Politik versagt und Wirtschaftsinteressen zu stark dominieren – Hunger ist kein unabänderliches Schicksal! „Brot für die Welt“ behauptet vielmehr: „Es ist genug für alle da“. Denn die Landwirtschaft könnte im derzeitigen Entwicklungsstand ihrer Produktivkräfte zwölf Milliarden Menschen ernähren. Deswegen ist auch Skepsis angebracht gegenüber den Forderungen nach einer Steigerung der weltweiten Produktion mit allen zur Verfügung stehenden Technologien, insbesondere der risikobehafteten Grünen Gentechnik. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Die wichtigste Ursache für Hunger und Unterernährung ist der mangelnde Zugang der Menschen zu Nahrung. Dies bezieht sich sowohl auf die Möglichkeit, selbst Nahrung zu produzieren als auch auf die nötige Kaufkraft, um Nahrung kaufen zu können. Knapp 80 Prozent aller Hungernden leben derzeit auf dem Land. Die Hälfte aller Hungernden leben in kleinbäuerlichen Familien. Obwohl diese Familien als Bauern leben, können sie sich von den vorhandenen Ressourcen nicht ausreichend ernähren. Entweder ist das verfügbare Land zu klein oder die Höfe liegen in Regionen, die nur schlecht für die Landwirtschaft geeignet sind. Oft sind auch die Landtitel nicht abgesichert oder die Bauernfamilien – gerade wenn sie von Frauen angeführt werden – verfügen über keinen (ausreichenden) Zugang zu Krediten und Saatgut. Häufig fehlt es auch an Transportmöglichkeiten und Infrastruktur für die Vermarktung. Diese kleinbäuerlichen Familien sind zudem </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">hochgradig anfällig </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">gegenüber externen Risiken und Schocks, wie z.B. Wetterunregelmäßigkeiten, verursacht durch den Klimawandel. Und sie haben nicht die erforderlichen Kapazitäten, Anpassungen der Landwirtschaft vorzunehmen, um die Folgen des Klimawandels zu bewältigen. 22 Prozent der Hungernden und Unterernährten gehören zu Familien, die ohne jeden Zugang zu Land sind und sich meist als Landarbeiter verdingen. Weitere acht Prozent der Hungernden sind Personen, die als Nomaden, von der Fischerei oder der Nutzung von Wäldern leben.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Die steigende Nachfrage nach Agrarprodukten wirkt sich zusätzlich negativ auf die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln aus. Mehr Agrarprodukte werden benötigt, weil Bevölkerung und Einkommen in den Industrie- und Schwellenländern wachsen. Dadurch nehmen Nutzungskonflikte um Land und Wasser in Entwicklungsländern zu. Insbesondere die hohe Nachfrage nach Milch- und Fleischprodukten sorgt dafür, dass immer mehr Flächen für den Anbau von Futtermitteln verwendet werden. Land wird heute überdies aber auch deswegen knapp, weil die Nachfrage nach Agrarprodukten für die Biodiesel- und Ethanolproduktion wächst. Zudem kaufen oder pachten viele Staaten, Konzerne und Investoren in Entwicklungsländern Land, um dort Nahrungsmittel für die eigene Bevölkerung anzubauen. Durch dieses „Landgrabbing“ gingen in den Entwicklungsländern allein im letzten Jahr 30 Millionen Hektar Ackerland für die einheimische Bevölkerung verloren.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Steigende Nahrungsmittelpreise können Hungerkatastrophen verursachen. Aber nicht immer sind tatsächliche Knappheiten für steigende Preise verantwortlich, sondern mehr und mehr bestimmt die Spekulation auf den Rohstoffmärkten die Agrarpreise. Hinzu kommt, dass durch die politisch gewollte Liberalisierung viele Länder ihre Märkte geöffnet haben, subventionierte billige Grundnahrungsmittel aus den USA und der EU eingekauft haben und dadurch den Aufbau einer eignen rentablen Agrarproduktion vernachlässigt haben. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Ernährung und Bildung sind eng miteinander verbunden: Mangel- und Unterernährung behindern lebenslang die persönliche Entwicklung. Schüler, die schon als Kleinkinder hungerten, lernen schlecht und können auch als Erwachsene kaum der Armut entfliehen. Oft sind Schulen die einzigen Orte, wo Kinder regelmäßig eine Mahlzeit bekommen. Andererseits ist Bildung für die Entwicklung der Landwirtschaft von hervorragender Bedeutung. Neben der Einrichtung von praxisorientierten Landwirtschaftsschulen heißt dies vor allem Erfahrungsaustausch und das Lernen über Grenzen hinweg. Globales Lernen wird konkret, wenn „Brot für die Welt“ beispielsweise den Besuch von kenianischen Bäuerinnen bei Bäuerinnen in Indien fördert, damit sie sich über Fragen von Saatgut und nachhaltiger Landwirtschaft austauschen können. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Angesichts der vielfältigen Herausforderungen für die Hungerbekämpfung muss ein Bündel an Maßnahmen ergriffen werden, damit das Recht auf Nahrung Wirklichkeit wird. Es </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">braucht eine verantwortliche Agrarpolitik. Mehr Ressourcen für die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft und der ländlichen Räume machen aber nur dann Sinn, wenn </span></p>
<ul>
<li><span style="font-family: Arial, sans-serif;">dafür insbesondere Personengruppen in den Blick genommen werden, die sich nicht mehr selber helfen können, wie soziale Schwache oder HIV-AIDS-Kranke. Für ihre Überlebenssicherung sind soziale Grundsicherungsprogramme und in Krisenregionen auch Nahrungsmittelhilfe notwendig;</span></li>
</ul>
<ul>
<li><span style="font-family: Arial, sans-serif;">der Zugang zu fruchtbarem Ackerland und Wasser für die Kleinproduzenten in den Entwicklungsländern gesichert ist. Ihre Produktionsbasis muss verbessert werden, damit ihre Länder sich weitgehend selber mit Grundnahrungsmitteln versorgen können und ihre Abhängigkeit vom Weltmarkt reduziert wird;</span></li>
<li><span style="font-family: Arial, sans-serif;">die Staaten selber Verantwortung übernehmen. Über 160 Staaten haben sich verpflichtet, das Recht auf Nahrung umzusetzen .Sie sollten eine nationale Agrar- und Wirtschaftspolitik entwickeln, die primär die Bedürfnisse der Hungernden in ihrem Land in den Mittelpunkt stellt;</span></li>
<li><span style="font-family: Arial, sans-serif;">eine globale Welternährungspolitik greift, um die strukturellen Ursachen des Hungers zu beseitigen. Dazu gehören Regelungen zur Spekulation und zum „Landgrabbing“. Aber auch die EU-Agrarpolitik und der Agrarhandel sollten die Entwicklungsländer nicht benachteiligen.</span></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;">All dies kann nur funktionieren, wenn Agrar- Klima-, Finanz- und Wirtschaftspolitik aufeinander abgestimmt sind. Und wenn wir als Verbraucher unseren Lebensstil ändern, damit übermäßiger Konsum von Nahrung und Energie oder gedankenloses Verschwenden von Nahrungsmitteln nicht dazu beiträgt, dass in den armen Ländern oft nicht genug für alle da ist. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> </span></p>
<p>The post <a href="https://fuellkrug-weitzel.de/hunger-ist-kein-schicksal-sondern-menschengemacht/">Hunger ist kein Schicksal, sondern Menschengemacht.</a> appeared first on <a href="https://fuellkrug-weitzel.de">Cornelia Füllkrug-Weitzel</a>.</p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://fuellkrug-weitzel.de/hunger-ist-kein-schicksal-sondern-menschengemacht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
